Kirche St. Wolfgang - St. Wolfgang

Wallfahrtskirche St. Wolfgang

Die wunderschön auf einer Anhöhe gelegene Kirche im kleinen Ort St. Wolfgang gehörte früher wie Rabenden auch zur Pfarrei Truchtlaching und wurde vom Kloster Baumburg aus betreut. Vom Kirchhof hat man nach wie vor einen herrlichen Blick in die Berge.
Früher war die St. Wolfgangskirche eine vielbesuchte Pilgerstation auf dem Wallfahrtsweg von Regensburg nach St. Wolfgang am Abersee (heutiger Wolfgang-See, Österreich).
Die Kirche wurde durch Chiemseebischof Englmar am 1. März 1404 geweiht.
Chor, Langhaus und Sakristei sind gotisch, der Turm wahrscheinlich noch aus romanischer Zeit.
Die innere Ausstattung ist aus der Barockzeit mit schönen Stuckdekorationen um 1720, ebenso die aus Stuck geformten Steitenaltäre, Antonius und Elisabeth von Portugal.
Links vom Hochaltar steht auf barockem Sockel eine gotische höchst wertvolle Pieta - im sogenannten weichen Stil der schönen Madonnen - aus Steinguß. Rechts gegenüber auf gleichem Sockel eine hervorragende barocke Darstellung der freudenreichen Maria mit der Geisttaube auf ihrer Brust. Diese Holzfigur ist von geradezu mystischer Verzücktheit.
Im Mittelpunkt steht der barocke Hochaltar mit dem hl. Wolfgang. In der rechten Hand hält er ein Beil und ein Kirchenmodell und in der linken den Bischofsstab. Der hl. Rupert mit dem Salzfass und der hl. Erasmus stehen ihm zur Seite.
Hinten an der Emporenbrüstung finden sich 4 Legendenbilder über den hl. Wolfgang:

1.) Wie der Heilige mit seinem Rücken dem Felsberg standhält, den der Teufel auf ihn stürzen will.
2.) Der Heilige wirft sein Beil, wo es hinfällt errichtet er die Kirche.
3.) Der Teufel muss dem Heiligen beim Kirchenbau helfen mit der Auflage, dass er die Seele des ersten Pilgers bekommt. Auf einem Votivbild im Kirchenraum wird dargestellt, wie ein Wolf mit Pilgerkleid als erster zur Kirche kommt. Der betrogene Teufel zerreißt diesen voller Wut, weil er um die versprochene Seele gebracht wurde.
4.) Der hl. Wolfgang stößt mit seinem Stab an einen Felsen, um seinen durstigen Begleiter zu tränken.
In der Kirche vor dem Presbyterium ist am Boden ein sog. "Schlupfstein" (Gletscherschliff). Der hl. Wolfgang soll auf seiner Reise hier bei einer Rast seinen Fußabdruck hinterlassen haben. Auf der Frontseite der 3-seitigen Brüstung über diesem Stein steht in barocker Formulierung:"Wahrer Ort und Merkhmal so allhier H. Bischoff Wolffgangus in einer Druchreiß bey genohmener Rasst in den Stein als ein Zeichen unterlassen hat.
Die Volksfrömmigkeit deutet diesen vorgefundenen Stein in der Legende folgendermaßen: Gott hat das Wunder gewirkt, dass der Fels nachgegeben hat, damit der Heilige bequem rasten konnte. Heute können wir sagen, dass der Heilige durch seine Tätigkeiten im Volksbewußtsein Spuren hinterlassen hat - er war eine eindrucksvolle Persönlichkeit.
Auch wenn die Wallfahrt nach St. Wolfgang fast erloschen ist, so erwacht sie am Pfingstmontag für einen Tag zu neuem Leben. Seit 1675 kommen treu alljährlich Fußwallfahrer aus der Pfarrei Aschau am Inn (1675 Gelöbnis wegen Viehseuche) und seit einigen Jahren auch wieder Wallfahrer aus Überacker (Österreich), östlich der Salzach.
Innen- und Außenrenovierung in den Jahren 1984-1988.

(Auszüge aus dem Kirchenführer von Pfr. Alois Faßnauer, Verlag Alois Erdl, Trostberg, 8. Auflage 2001.)

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