Berichte - Was war los in der Pfarrei Baumburg?
- 09.01.2017

Kindern und Jugendlichen eine Heimat und eine Zukunft bieten

Wenn diese Tage die Sternsinger der Pfarrei Baumburg ausziehen, und von Haus zu Haus um Spenden bitten, sind ihr Gedanken auch bei denen, die mit diesen Geldern schon seit Jahren Unterstützung finden: die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen des Hilfsprojektes „Wiphala“ im bolivianischen El Alto nahe La Paz. Die ein Altenmarkt aufgewachsene Monika Stöckl betreut das Projekt schon über ein Jahrzehnt und nutzt die ihr als Schulsozialarbeiterin zur Verfügung stehende Ferienwochen, um immer wieder vor Ort den Projektfortschritt zu verfolgen.


Die Projektarbeit am Rande der bolivianischen Metropole La Paz auf über 4000 Metern Höhe ist in über einem Jahrzehnt nicht nur umfangreich gediehen, sondern auch in der dortigen Bevölkerung angenommen und etabliert. Was einst unter dem Dach der Internationale Kinder- und Jugendhilfe (IKJH) Wasserburg e. V. begann, steht nun auf eigenen Füßen. Monika Stöckl hat zusammen mit weiteren Helfern in ihrem Team eine eigenständige neue Organisation ins Leben gerufen (www.wipalla.de), um ihre Projektarbeit in dem bolivianischen Armenviertel weiter zu unterstützen. Über weit mehr als ein Jahrzehnt wurde der „schulische und berufliche Werdegang, die Einbindung der Eltern und Lehrkräfte in die pädagogische Arbeit sowie die Tatsache, dass unsere Projektbesucher/innen arbeiten, um zum Unterhalt ihrer Familie beziehungsweise sich selbst beizutragen“ gefördert, so Monika Stöckl. Heute kann „Wiphala“ auf eine solide Basis bauen. Die Einrichtung Wiphala betreut 90 junge Menschen im Alter von sieben bis 26 Jahren. Sieben Industrienäher, vierzehn Bäcker und Konditoren sowie fünf junge Metallbauer werden zurzeit ausgebildet. Über 20 Studenten werden mit betreut und begleitet, zwei Studentinnen beendeten ihre Karriere mit dem Diplom, drei sind gerade dabei. „In Bolivien ist das Studium die einzige Möglichkeit einen qualifizierten Beruf zu erlernen und am politischen Geschehen mitzuwirken“, informierte Stöckl.
Zudem wurde „betreutes Wohnen“ angeboten und sehr gern wahrgenommen. Einzelschicksale wie des jungen Alex, der ohne seine Eltern zu kennen, am Titicacasee in einem Kinderheim aufwuchs und nun mit „Wiphala“ eine neue Heimat und eine neue Zukunft gefunden hat, prägen das Projekt. Aktuell leben neun männliche Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahre in der Wohngruppe, davon fünf seit fast drei Jahren. „Unser zehntes Kind, Eduardo kehrte im Laufe des Jahres zurück in seine Familie. Ein interdisziplinäres Team kümmert sich um die Jungen. Drei bekommen Therapiestunden von einer Traumatherapeutin. Wir tun alles, um den Jungen ein neues Zuhause zu geben, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen“, bekräftigte Monika Stöckl.
Mit den Projektaufgaben wachsen auch seine Mitarbeiter. Deivid war einer, der 2006 als Student der Erziehungswissenschaften zu „Wiphala“ kam und eine Halbtagsstelle als Praktikant übernahm. Ab 2008 war er im pädagogischen Team und schloss dieses Jahr erfolgreich sein Studium mit Diplom ab. Gemeinsam mit Monika Stöckl verfasste er ein Buch über Erlebnispädagogik – natürlich basierend auf den Erfahrungen vor Ort. Auch Monika Stöckl, die an der Obinger Mittelschule Jugendsozialarbeit anbietet, besucht in den Ferien (vor allem im Sommer) die Projekteinrichtungen und koordiniert von Deutschland und Bolivien aus weitere Hilfsmaßnahmen. Dazu zählen vor allem die Strickprojekte: 40 Frauen stricken per Hand und an der Maschine, häkeln und entwerfen neue Modelle, die in 45 Läden überwiegend in Deutschland und Italien verkauft werden und jährlich 70.000 Euro Umsatz erbringen.
Hinzu kommen viele weitere Unterstützer (etwa die „Studiosus Foundation“), deutsche Praktikanten und Spenden wie sie über das ganze Jahr in der Pfarrei Baumburg durch Frauenbund, KAB, Pfarrgemeinderat und eben auch diese Tage durch die Sternsinger erbracht werden. Sie alle ermöglichen, das „Wiphala“ wachsen kann und damit noch mehr Kindern und Jugendlichen ein Zuhause und eine Zukunft geben kann.


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