Berichte - Was war los in der Pfarrei Baumburg?
- 02.01.2020

Sind die Renten wirklich sicher?

Altenmarkt. Gerade die 60jährigen überlegen sich in einer hektischen schnelllebigen Zeit, in der die beruflichen Anforderungen permanent wachsen, wie und wann sie am schnellsten und sichersten in eine Altersrente wechseln können. Sobald es attraktive Angebote seitens der Firma gibt und der Unterhalt im Alter gesichert ist, wird die Gelegenheit dann oft beim „Schopf gepackt“. Der KAB-Ortsverein Altenmarkt hat das Thema daher aufgegriffen und mit KAB-Diözesansekretärin Gudrun Unverdorben eine kompetente Referentin gefunden, die rund um die aktuellen Regelungen zur Rente im Altenmarkter Pfarrheim referierte.


Das Thema ist stets aktuell und das Interesse sowohl bei Rentenanwärtern und Rentnern war groß, schließlich wirken sich die Regelungen auch auf Rentenbezieher aus. KAB-Diözesansekretärin Gudrun Unverdorben schickte voraus, dass ihr Vortrag keineswegs eine Rentenberatung ersetzen könne, jedoch gab sie wichtige Hinweise und Tipps, die im Rahmen ihres Vortrags zu regen Diskussionen führte. In der Rentendebatte bewege sich ständig etwas, so Unverdorben. Letztes Jahr wurde die Mütterrente neu geregelt. Dieses Jahr arbeite die Regierung an einer Neufassung der Grundrente. Grundsätzlich sei durch den demografischen Wandel mittlerweile eine beinahe schon jährliche Neubetrachtung der Rentenregelungen erforderlich. Das Grundprinzip der Solidargemeinschaft gelte nach wie vor, also die aktuell in Rente befindliche Generation werde von der arbeitenden Generation versorgt und natürlich auch jene, die aufgrund krankheitsbedingter Einschränkungen ihren Beruf nicht mehr ausführen können. Boome die Wirtschaft, wie das die vergangenen Jahre der Fall war, könnten damit sogar Rentenerhöhungen, wie kürzlich geschehen möglich sein. Die demografische Entwicklung sorge jedoch für eine stetige Verlegung des realen Renteneintrittsalters auf mittlerweile 64,1 Jahre bei 40,6 Erwerbsjahren (Männer). Ernüchternd seien die realen Rentensummen: im Westen bekommen Männer im Durchschnitt 1300 Euro Rente, bei Frauen sind es gerademal 930 Euro. Und wer auf 45 Beitragsjahre bauen kann, erhält im Schnitt 1487 Euro im Monat. In Zukunft werden die Renten zwar steigen, jedoch direkt verbunden mit steigenden Beiträgen. Wieviel jeder Rente beziehe, liege an zwei zentralen Faktoren: den Beitragshöhen und den Beitragszeiten. Die Höhe der Rente werde maßgeblich durch die erworbenen Entgeltpunkte bestimmt, die aus dem jährlichen Gehalt abgeleitet werden. Ziel sei es in der Bundesrepublik, die Rentenbeitragssätze bis 2025 unter 20 Prozent zu halten. Das „A und O“ um ein möglichst gesichertes Rentenauskommen zu erzielen, so Unverdorben, sei die möglichst gute Sicherung von Beitragszeiten und natürlich Beitragshöhen. Auch in Zeiten mit Erziehung und Studium gelte es, wenn auch in minimaler Form, die Beiträge zu leisten. Am Ende werden alle diese Zeiten berücksichtigt, als auch Erziehungs- und Studiumszeiten. Hier helfen die Neuregelungen etwa zu Mütterrente, bei denen nun durchgängig 2,5 bis 3 Entgeltpunkte je Kind erworben werden. Wann man in Rente gehen könne, hänge eben ganz stark von Beitragszeiten ab: wer 35 Jahre Beiträge geleistet habe, dürfe auch jetzt noch mit 63 in Rente gehen, kassiere aber dann zwölf Prozent Abschlag. Bei 45 Beitragsjahren ginge es sogar noch abschlagsfrei mit 63. Ansonsten gelten die aktuellen Regelrenteneintrittsalter. Sinnvoll sei es, ab 50 Jahren sich um die detaillierte Rentenauskunft zu bemühen (mit 55 bekomme man sie ohnehin zugesandt). Noch sinnvoller sei es, gleich die Rentenberatung zu beanspruchen, um möglichst exakte und verlässliche Zahlen zu Renteneintritt und Rentenhöhe zu erhalten. Für Mütter interessant seien die Regelungen zur Anrechnung der Kindererziehungszeiten. Glücklich, wer noch eine betriebliche Altersversorgung dazu hat. Schließlich werden seit geraumer Zeit auch Steuern für Rentner fällig. Hier mehren sich innerhalb KAB Stimmen gerade gegen eine „verkappte Doppelbesteuerung“ – schließlich wurden die gleichen Steuern ja bereits in den Beitragszeiten abgeführt. Hinzu kommt, dass für viele die Rente bei weitem nicht ausreiche. Daher werde auch der Zuverdienst in der Rente ab dem Regeleintrittsalter geduldet. Wegen dieser klammen Situation vieler Rentner musste auch die Grundrente überdacht werden. Eine Entscheidung und damit das dafür nötige Gesetz dazu werde es jedoch erst ab 2021 geben. Gudrun Unverdorben schloss mit ihrem Vortrag mit Verweis auf das legendäre Statement des ehemaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm „Die Rente ist sicher!“ – was auch unumstritten sei, jedoch sage dies nichts über die ausbezahlte Höhe der Rente aus.


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